Buchtipp: Der Pater und der Philosoph. Die abenteuerliche Rettung von Husserls Vermächtnis. Toon Horsten

  • Februar 1, 2021

"Eine Geschichte, vergleichbar mit einem Roman von Umberto Eco oder Dan Brown – nur, dass sie wirklich passiert ist." De Volkskrant

Edmund Husserl war der Begründer der philosophischen Phänomenologie, einer Methode, die die Philosophiegeschichte des 20. Jahrhunderts entscheidend prägte. Martin Heidegger, zuerst sein Lieblingsschüler und Assistent, war seit 1928 auch sein Nachfolger auf dem Freiburger Lehrstuhl. Als Husserl 1938 starb, hatte Heidegger, der inzwischen sogar Rektor der Universität Freiburg gewesen war, seinen jüdischen Mentor allerdings längst fallengelassen – er war enthusiastischer Anhänger der Nazis. Husserls Witwe drohte die Deportation, dem zehntausende Seiten umfassenden philosophischen Nachlass, in dem Husserl sein Hauptwerk sah und den er in jahrzehntelanger akribischer Arbeit für spätere Benutzer vorbereitet hatte, die Auflösung oder Vernichtung. Bis ein junger flämischer Franziskanermönch, der Husserl-Fan war, für eine Studienarbeit nach Freiburg kam, die Gefahr erkannte und beschloss, zu handeln …

Pater Herman Leo Van Breda setzt trotz Kriegswirren und -gefahren alles daran, den philosophischen Schatz für die europäische Geistesgeschichte zu retten und ins Ausland zu schaffen und auch Malvine Husserl die Flucht zu ermöglichen. Doch kaum hat er nach zahlreichen Fehlschlägen die Schriften nach Belgien geschmuggelt, und in Leuven das Husserl-Archiv gegründet, fallen die Deutschen ein … was als Forschungsvorhaben beginnt wird zur Lebensaufgabe für Van Breda.

Toon Horsten (*1969) lebt als freier Publizist in Belgien. Er stieß in seiner eigenen Familie auf Van Breda und dessen Geschichte – und recherchierte anschließend jahrelang, um die Vorkommnisse in "De pater en de filosoof" (2018) genau zu rekonstruieren.

Originaltitel: "De pater en de filosoof" (Uitgeverij Vrijdag, 2018)
Aus dem Niederländischen übersetzt von Marlene Müller-Haas
Gebunden, 288 Seiten
ISBN 978-3-462-30314-8
Verlag Galiani Berlin

Erscheinungsdatum: März 2021